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Die Ideologien der Konservative Revolution ebnen den Weg zum Nationalsozialismus

Neben dem Ethnopluralismus spielt für die deutschen Identitären das Konzept der Konservativen Revolution eine wichtige Rolle in ihrem ideologischen Selbstverständnis. Der Begriff „Konservative Revolution“ ist nach Stefan Breuer eine „Sammelbezeichnung für die rechten Strömungen zwischen Deutschnationalen und Nationalsozialisten“.

Ideologische Bibel für Identitäre, Neurechte und Neonazis

Die „Konservative Revolution“ ist ein 1950 von Armin Mohler (1920-2003) eingeführter Sammelbegriff für rechtskonservative, nationalistische und völkische Strömungen, die in der Weimarer Republik entstanden und Mitverantwortung am Ende der Demokratie trugen. Vor seiner Erfindung der „konservativen Revolution“ versuchte der gebürtige Schweizer Mohler, der großer Anhänger Nazideutschlands war, Mitglied bei der SS zu werden. Ab 1949 beschrieb er in seiner Dissertation die Konservative Revolution als eine Konterrevolution, welche die Werte der Französischen Revolution und der Aufklärung („Freiheit, Gleichheit, Solidarität“) angreife. Sie richte sich gegen den gesellschaftlichen Fortschritt bzw. „die liberale Moderne” im Allgemeinen und suche nach einer neuen antidemokratischen, autoritären Herrschaftsform. Ziel der Transformation sei eine Ständegesellschaft, in der jedes einzelne Individuum einen ihm vorbestimmten Platz im „Volkskörper“ hat. Völkisches Denken und Antiliberalismus gehören ebenso wie beim Ethnopluralismus untrennbar zum Konzept. In der Weitmarer Republik galt es, Kapitalismus und Kommunismus zu überwinden, indem man den „Dritten Weg” eines „Nationalen Sozialismus” einschlug. Als einer der Chefideologen des Konzeptes der Konservativen Revolution schrieb Mohler eine Dissertation, aus der das Handbuch „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918-1932” hervorging. Mohler´s Intention war es, Deutschland nach der Kriegsniederlage, dem begangenen Holocaust und der vernichtenden Ideologie des Nationalsozialismus wieder zu einem positiven Selbstbild zu verhelfen. Diese Traditione setzen die Identitären fort, indem sie Soldaten der Wehrmacht als Helden Gedenken und das Gedenken an den Holocaust ablehnen. Mohler war zudem Autor bei der rechten Zeitung „Junge Freiheit“, mit der er jedoch1995 nach einem Streit über Holocaust-Leugnung brach. Mohler´s Handbuch wird mittlerweile von Karlheinz Weißmann, einem der heutigen Wortführer der Konservativen Revolution und Neuen Rechten, sowie Autor der rechten Zeitung „Junge Freiheit“, weitergeschrieben. Bekannte Vertreter zu Zeiten der Weimarer Republik waren u.a. Carl Schmitt, Ernst Jünger, Edgar Julius Jung und Arthur Moeller van den Bruck. Gemeinsam war diesen Akteuren eine antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Haltung, die sich eine “neue abendländische Einheit unter deutscher Führung” erhoffte, was durch die Machtergreifung Hitlers wenig später auch passieren sollte.

Du bist nichts, dein Volk ist alles! – mit Mohler zurück zum Nationalsozialismus

Das antidemokratische Gedankengut der „Konservativen Revolution“ spielte in der Weimarer Republik eine wichtige Rolle und wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus gesehen. Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann bezeichnete 1933 den Nationalsozialismus als „politische Wirklichkeit jener konservativen Revolution“. Trotzdem sahen sich Vertreter der Konservativen Revolution ideologisch meist näher am italienischen Faschismus als am deutschen Nationalsozialismus. Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.

 


Quellen und Verweise

http://www.michael-lausberg.de/index.php?menue=exclusiv&inhalt=konservative_revolution

http://www.zeit.de/1993/23/die-ahnen-des-botho-strauss

http://www.zeit.de/2016/29/armin-mohler-neue-rechte-afd

Moeller van den Bruck: Ein „geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus“ – Ein kritischer Rückblick zum 85. Todestag

https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analysen31_KonservRevolution.pdf