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Falk Schakolat – vom anonymen Hetzer und Anwerber zum Ortsgruppenleiter der IB in Bochum

Der 32-jährige in Bochum-Hamme wohnhafte Falk Schakolat ist neben Marco Müller die zweite Schlüsselfigur der Bochumer Identitären. In seiner Wohnung fanden die Bochumer IB-Stammtische statt, er ist für das Rekrutieren neuer Rechter zuständig und hat nach eigenen Angaben seit Herbst 2018 die Ortsgruppenleiterschaft von Marco Müller übernommen.

Schakolat mit IB-Fahne und Schwert (Hintergrund)

Wie der Plattform „Indymedia“ zu entnehmen war, wurde Schakolat wurde 22.09.2018 von Hammer AnwohnerInnen „geoutet“, in dessen Rahmen die Nachbarschaft über seine rechten Aktivitäten und rassistischen Einstellungen informiert wurde (Klick). Bis dahin mied Schakolat die Öffentlichkeit und versuchte stets anonym zu bleiben. Sowohl bei Interviews mit anderen Identitären als auch in seinen Youtube-Videos war lediglich seine Stimme zu hören. Schakolat begründete seine Anonymität mit „familiären Gründen“ und dem Studium der Veterinärmedizin seiner Freundin in Hannover. Mit dem Öffentlichmachen seiner Rolle in der extrem Rechten Gruppierung in Bochum, wurde er schließlich dazu gezwungen aus der Deckung zu kommen und sich zu seiner vormals anonym getätigten Hetze zu bekennen. Wie Marco Müller versuchte er dies mit Unterstützung des bekanntesten IB-Gesichts Martin Sellner. Schakolat gab ein Interview vor einer IB-Fahne und zeigte sich erstmals bei einer öffentlichen Veranstaltung der Identitären in Duisburg (IB Zone) am 13.10.2018, was getätigte und künftige Distanzierungen von Gewalt, Rassismus und Sexismus seinerseits ad absurdum führt.

„Ein geiler Tag“ – Falk Schakolats Affinität zu Waffen I

Seine Wohnung in der Eickeler Straße nutzten Identitäre aus Bochum und anderen Ruhrgebietsstädten um Stammtische abzuhalten, Aktionen zu planen und anschließend durchzuführen. Banner wurden gemalt, Aufkleber verteilt sowie Sprühdosen und Schablonen vorbereitet. Schakolat war dafür zuständig neue Mitglieder für die Identitären zu gewinnen. Dazu nahm er über E-Mail oder Facebook Kontakt zu potentiellen Mitstreiter*innen auf und setzte ein erstes Kennenlerntreffen an. In einem Fall ging dies nach Hinten los, da sich eine Journalistin als IB-Interessierte ausgab und ihre mit der IB-Bochum gemachten Erfahrungen ausführlich im Correctiv-Magazin beschrieb. Falk Schakolat wird in dieser Undercover-Reportage als „Frank“ anonymisiert.

Zwischen bekannten IB-Aktivistinnen Reinhild Boßdorf (Bonn) und Melanie Schmitz (Essen, ehem. Halle) bei der IB-Zone in Duisburg,13.10.18

Schakolat anonym bei Konferenzschaltung extrem rechter Youtuber (u.a. Martin Sellner, Hagen Grell, Marco Müller, Alexander „Malenki“ Kleine)

Neben seiner wichtigen Rolle in der Struktur der der Identitären im Ruhrgebiet betrieb der gelernte ITler den anonymen Youtube-Kanal „Menschenverstandsradikalismus“, über den er seit seinem ersten Video vom 09.11.17 vier weitere Folgen produzierte. Am 28.01.18 erschien seine letzte Videobotschaft. Ähnlich wie bei seinem Freund Marco Müller sind die Inhalte seiner Videos von Verächtlichmachung und Hass geprägt. Schakolat hat klare Feindbilder, die der Neuen Rechten entsprechen: „die von mir so verhasste Political Correctness“ (Zitat Schakolat), Antirassist*innen und Antifaschist*innen, die er als die „rote SA“ verunglimpft und „die Staatsmedien“, die er als „Billig-Populistenmafia“ bezeichnet. In Schakolats rechter, von Verschwörungstheorien durchzogenen Gedankenwelt ist Annette Kahane, eine Journalistin, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagiert, der „neue Ernst Röhm“. Personen mit rassistischen und menschenverachtenden Einstellungen wie er selbst, sind für ihn Opfer einer „linksgrünversifften“ Mehrheitsgesellschaft. Zynisch berichtet er über die menschenverachtende Aktion der Identitären (Defend Europe), die Seenotrettung Flüchtender im Mittelmeer behinderte und damit Menschenleben gefährdete. Ende 2017 hofft er auf das „Erwachen“ Deutschlands. Als Verbreiter von Hasspostings und Botschaften bezeichnet Schakolat Anfang 2018 das NetzDG als „Drecksgesetz“ und verliert sich in seinem „Hass gegen die Sendeanstalten“. Unter seinem Pseudonym „Thanatan“ betitelte er dabei in bester Höcke-Manier das Berliner Holocaust-Denkmal als “sauhässliches Mahnmal”.

„Lasst uns sein wie Schwert und Feder“ (Zitat)

Sein Antisemitismus blüht bei der „Soros-Mafia“ schließlich vollends auf, die er für die eine vermeintlich „globalistische Migrationsindustrie“ verantwortlich macht. Auch der sekundäre Antisemitismus bricht sich bei ihm Bahn: „Das Phantom des Tätervolkes begann endlich […] zu schwinden.“ (Video 23.12.17). Die Erinnerung an die Schrecken des 2. Weltkrieges und den Holocaust bezeichnet er als „Masochismus“ des „linksliberalen Establishments“. Weiterhin hielt er zusammen mit seinem Bochumer IB Kameraden Marco Müller eine Video Konferenz mit führenden Köpfen der Identitären Bewegung Deutschland ab. Das Zeichen seines Labels, Feder und Schwert, stellen gut dar, welche Zweiteilung seines Kampfes er sich wünscht. Mit einem Schwert drohte er zudem in seinem Interview vom 17.1018 mit österreichischen IB-Vize Martin Sellner. In seinem ersten Video fragt er sich verständlicherweise, ob sich überhaupt jemand seinen „Scheiß“ anhören will, den er auf Youtube, Instagram, Facebook und Twitter verbreitete. Mit dem Hetzen und Beleidigen aus der Anonymität heraus ist es für Schakolat nun jedenfalls vorbei.

Sexismus darf auch bei Falk Schakolat nicht fehlen

Parallel zu seinen Videos arbeitete er an anderen rechten Online- Projekten mit und versuchte seine Kenntnisse zur Erstellung von Musik in ein IB-Projekt münden zu lassen. Schakolat arbeitet seit 2017 am Netzwerk „Reconquista Germanica“ mit, über das Rechtsextreme gezielte Online-Attacken und Hasspostings gegen politische Gegner, Medien und Institutionen organisieren. Die Gruppierung hat das Ziel die AfD mithilfe ihrer Propaganda zu stärken. In einem erschienenen, streng hierarchisch aufgebauten Organigramm des Netzwerkes wird die Identitäre Bewegung, wie auch die Junge Alternative explizit als Teil erwähnt.

Falk Schakolat belässt es jedoch nicht bei verbaler Aggression und Aufhetzung. Der langhaarige ITler nimmt an dem wöchentlichen, internen IB-Wehrsporttraining in Bochum teil, um sich für den Straßenkampf gegen Linke und Migrant*innen vorzubereiten. Seine Friedfertigkeit stellte er zudem am 31.03.18 unter Beweis, als er Teil der Gruppe Identitärer war, die mit Schlagstöcken und einem Schlagring durch Weitmar zogen und rassistische Slogans und Zeichen sprühten und kurz darauf von der Polizei gestellt, durchsucht und festgenommen wurde.

Sachbeschädigung und Waffenbesitz – Marco Müller und Falk Schakolat festgenommen

 

Schakolats Affinität zu Waffen II

Die Polizei verfasste dazu einen Bericht, der in der WAZ gespiegelt wurde. Was passiert wäre, wenn den Rechten in dieser Nacht Menschen mit Migrationshintergrund oder vermeintlich Linken begegnet wären, kann nur vermutet werden. Derartige Propaganda-Touren, die das Verbreiten rassistischer Inhalte per Aufkleber oder Schmierereien zum Ziel haben, führte Schakolat mit seinen Kameraden u.a. auch in seinem Wohnumfeld und mehrfach in der Alsenstraße/Düppelstraße durch. Oft geschah dies im Anschluss an IB-Stammtische, die in seiner Wohnung in der Eickeler Straße abgehalten wurden. Dort wurden Aufkleber, Sprühdosen und Lambda-Schablonen vorbereitet, um nach Ende des Stammtisches und im Schutz der Dunkelheit Aktionen durchzuführen. Zeitweise arbeitete Schakolat an der Aral-Tankstelle an der Dorstener Straße und übernahm dort häufig Nachtschichten. Nachdem seine rechten Machenschaften Ende September 2019 aufflogen, wurde ihm dort gekündigt. Im Interview mit Sellner gibt Schakolat an, zur Zeit als selbständiger ITler zu arbeiten. Seine Wohnung in der Eickeler Straße bewohnt er zusammen mit seiner Freundin Julia S. Ebenfalls im Haus wohnt Christian E., den Schakolat abwertend als seinen „Privattürken“ bezeichnet, da eine normale Freundschaft zwischen einem echten Deutschen und einem Menschen mit Migrationshintergrund in IB-Kreisen scheinbar unerwünscht ist. Schakolat muss diese Freundschaft vor seinen rechten Kameraden damit rechtfertigen, das Christian E. Doch immerhin ihre rechten Einstellungen teile.

Falk Schakolat beim AfD-Kongress am 04.11.18 in Bottrop

Es bleibt abzuwarten, wie sich Falk S. nach seinem „Outing“ verhält und was sich unter ihm als Ortsgruppenleiter in Bochum entwickelt. Zuletzt besuchte er am 04.11.2018 den AfD-Kongress in Bottrop, wo er sich „in toller Gesellschaft“ fühlte. Mit seinem erzwungenen Bekenntnis zur IB, hat er sich eine entspannte Zukunft auf absehbare Zeit wahrscheinlich verbaut. Seinen Videos entnimmt man eine gefestigte rechte, rassistische und antisemitische Einstellung, die der IB-Linie entspricht. Als ITler wird er seine Kenntnisse den IB-Strukturen weiterhin zur Verfügung stellen. Zudem stellte er Räumlichkeiten und ist für die Rekrutierung neuer Mitglieder zuständig – eine Person also, die fest in den IB-Strukturen verankert und überregional vernetzt ist.


Quellen und Verweise:

https://de.indymedia.org/node/24581

https://www.waz.de/staedte/bochum/aufkleber-von-rechter-gruppierung-geklebt-vier-festnahmen-id213907649.html

https://www.swr.de/swr2/kultur-info/dokumentation-von-funk-ueber-rechtsextremistisches-netzwerk-reconquista-germanica/-/id=9597116/did=21577272/nid=9597116/gc44ve/index.html

 

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