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Marco Müller – ein egozentrischer Ethnopluralist aus Gummersbach setzt sich an die Spitze der extremen Rechten in Bochum

Die aktuelle Bochumer IB-Struktur formierte sich spätestens 2017 um den aus Gummersbach stammenden Marco Müller, der 2017 bis Sommer 2018 Ortsgruppenleiter von Bochum war. Müller betreibt außerdem einen Youtube-Kanal, auf dem er über seine krude Weltanschauung spricht, während er gleichzeitig nicht Müde wird sich von Neonazis zu distanzieren, um sich anschließend als Opfer linker Angriffe zu präsentieren. Nachdem seine Nachbarschaft Mitte 2017 über seine menschenverachtende Ideologie und seine Machenschaften aufgeklärt wurde, zog sich Müller ab Mitte Jahr 2018 nahezu vollständig zurück. Müller organisierte die Stammtische und war Wortführer bei den IB-Stammtischen, die in Bochum-Hamme in der Wohnung von Falk Schakolat stattfanden. Müllers blonde Freundin ist ebenfalls Mitglied bei der IB-Bochum.

Müller selbstgefällig

In einem seiner Videos vergleicht er die aktuelle Situation in Deutschland er mit den 1920er Jahren in der Weimarer Republik; das Engagement gegen die Neue Rechte mit Judenverfolgung während des Nationalsozialismus. Müller mimt dabei gerne den gewaltfreien Demokraten. Gerne bezeichnet er sich als konservativ, um sich wenig später zu korrigieren und sich eindeutig zur Ideologie des Ethnopluralismus zu bekennen. Letztlich bekennt er sich offen zu einer rechtsextremen, gewaltaffinen, sexistischen und vor allem rassistischen Gruppierung, in der er sich zum Ortsgruppenleiter hochgearbeitet hat. Müllers ausgemachte Feinde sind der Islam, die „Antifa“ und Linke im allgemeinen. In seinen Videos hetzt er dabei über 20 Minuten gegen vermeintliche Linke in Bochum und seiner Nachbarschaft, die er sich mal genauer „anschauen“ wolle. In seiner Wut lässt sich der sich von Gewalt distanzierende Müller sogar dazu hinreißen seinen politischen Gegnern den Tod durch Ersticken am eigenen Essen, durch Verbrennen ( „fängt das Handyladekabel an zu fackeln und sie brennen elendig in ihrer Bude ab“) oder eine nicht näher ausgeführte „Retourkutsche“ zu wünschen. In einem anderen Post teilte er einen Anstecker, auf dem ein Linker von einem Rechten getreten wird – dazu die Aussage: „Good Night Left Side“, ein Logo, welches in dieser Form Neonazi-Kreisen entstammt. Im Correctiv-Artikel wir er mit den Worten zitiert: „Aber dafür muss hier im Ruhrgebiet eben auch besonders aufgeräumt werden“.

„Ich habe keinem Menschen jemals Leid zugefügt…“

Die Maske des gewaltfreien Identitären fällt also auch bei ihm. Die oft langatmigen, egozentrischen Monologe in seinen Videos erfreuten sich bei der rechten Youtube-Gemeinde nur mäßigem Interesse, was zuletzt immer weiter abnahm. Silvester 17/18 lud er mehrere Identitäre aus NRW zu sich nach Bochum ein, u.a. Reinhold Boßdorf aus Ittenbach bei Königswinter. Kurz zurvor kündigte Müller per Videobotschaft für 2018 ein „Aktionsjahr“ an. Diese Ankündigungen von „großen Aktionen“ die in Planung seien wiederholte er in noch zwei weiteren Videos aus dem Jahr 2018. Diese Ankündigungen verkamen immer mehr zu Durchhalteparolen, da der Aktionismus der IB in Bochum immer mehr zum Erliegen kam. Im Juni 2018 erschien sein letztes Video, in dem er aus seiner Wohnung an der Hattinger Straße seinen umzug zu VKontakte bekanntgab. Seine Reichweite, die zuletzt auf 700 Zuschauer bei Youtube gesunken war, ging damit noch weiter zurück. Schließlich bezeichnete sich der reflektierte Ortsgruppenführer in einem seiner Videos selbst als „penetrant und nervig“. Im Sommer 2018 veröffentlichte das Correctiv Magazin die aufschlussreiche Undercover Reportage „Die rechten Hipster aus dem Pott“ über die Identitären in Bochum, für die siche eine Journalistin unter die Identitären gemischt hatte (ähnlich wie zuvor in Münster geschehen). Müller wird darin als dominanter Wortführer beschrieben. Wenn er Bochum bzw. das Ruhrgebiet als „die schlimmste[n] Gegend“ bezeichnet, scheint sich Müller hier nicht sehr wohl zu fühlen. Nachdem über seine rassistischen Einstellungen und Machenschaften berichtet worden war, wurde nach seinen Angaben sein Auto beschädigt und die Hauswand besprüht. Deshalb erhielt der Sparkassen-Kunde Müller vom IB-Rechtshilfefonds insgesamt 1700 Euro.

Seine Youtube-Karriere begann, als Anfang Oktober 2017 Anwohner der Hattinger Straße seine Nachbarschaft über die rechten Umtriebe und seine Mitgliedschaft bei der IB mit einem Flugblatt informierten. Er versuchte daraufhin sich über ein Video zu rechtfertigen und einiges „richtigzustellen“. Einige Wochen später wurde er von Martin Sellner, dem Identitären Blogger schlechthin interviewt, was seine Popularität aber nicht weiter steigerte. Anschließend versuchte er sich mit dem Protagonisten der Kleinstpartei „Das Haus Deutschland“ Serge Menga zu rehabilitieren. In seinen Videos sinniert er über eine Dominanz der Identitären Bewegung auf Deutschlands Straßen. Wenn er dabei zunächst von Verhältnissen der Weimarer Republik spricht, bedient er damit auch die Bilder von der Straßenpräsenz der SA.

Ein aufgeregter Müller mit dem IB-Kopf Sellner

 

Die Ansichten Müllers entspringen nicht aus Verschwörungstheorien, sondern sind gesetzte Strategie der Neuen Rechten, die bis hin zu den von den 68ern kopierten Aktionsformen gar nicht so neu sind. Als das „Zentrum für politische Schönheit“ einen Nachbau des Berliner Holocaust-Denkmals vor Björn Höckes Haus platzierte, nahm Müller dies zum Anlass um, das Gedenken an die Ermordung Millionen von Juden zu diskreditieren. Das Denkmal bezeichnete er als „hässliche Betonpoller“ und stellte dagegen die Bauwerke der Gothik. In einem anderen Post benutzte er die von Martin Sellner eingeführte, unsägliche Bezeichnung „Sekte des Schuldkults“ für die Menschen, die dem Holocaust gedenken.

Die „Sekte des Schuldkults“ möchte uns die Wörter Mischvolk, Endlösung und Überfremdung verbieten – schade, für Müller.

Um sein extrem rechtes und regressives Weltbild abzurunden postete er am 22. November 2017 ein Video, in dem weiße, reiche, muskulöse Männer als für Frauen begehrenswert dargestellt werden. Das Video kommentierte er mit „Das dürfte einige Feministinnen triggern“. Wie aus einem seiner Videos hervorgeht verlor er aufgrund seiner rechtsextremen Ansichten Ende 2017/Anfang 2018 seinen Ausbildungsplatz bei einem bekannten Baumaschinenhersteller in Dortmund.

Auch den neurechten Antifeminismus beherrscht Müller

 

Ein vorbildlicher Aktivist

Das reine Propagieren extrem rechter Inhalten über seinen missglückten Versuch als neurechter Influencer genügte Müller jedoch nicht. Aufgrund mäßiger Resonanz wurden er und seine Kameraden zunehmend auf der Straße aktiv. Vor seiner Haustür und im Bereich Weitmar, Weitmar Mark und Wasserstraße beging er ab 2017 immer wieder Sachbeschädigungen durch Aufkleber, Plakate und Graffiti (u.a. Love Cops – Hate Antifa, FCK MRX, Lambda-Schablone). Weiterhin verunstalte er das Wahlkreisbüro der Grünen mit rechten Slogans und Aufklebern. Ebenso suchte er mehrfach das Wahlkreisbüro der Linken an der Universitätsstraße und das Ver.di Haus an der Alleestraße auf, um dort ähnliche Sachbeschhädigungen zu begehen. Der Feind steht für Müller und seine Kameraden links und schließt damit SPD, Grüne, Linke, Gewerkschaften und allgemein das alternative Milieu in Bochum ein. Dies zeigt sich auch daran, dass er mit anderen Identitären der Ortsgruppe Bochum immer wieder nächtliche Aufkleber-Runden in „feindlichen“ linksalternativen Vierten der „linksextremen Wohlfühlzone“ Bochum durchführten. Marco Müller ist nicht neu in der extrem Rechten Szene, was sich an seiner Position in Bochum aber auch innerhalb der IB in Deutschland zeigt. So nahm er bereits an Youtube-Schaltungen mit bekannten extrem Rechten Bloggern wie Martin Sellner oder Hagen Grell teil. Weiterhin nahm er bundesweit an Aktionen der Identitären Bewegung teil.

Müller zwischen IB-Kadern bei der missglückten Stürmung des Bundesjustizministeriums 2017

Bereits am 28. Dezember 2016 kletterte er mit anderen Identitären auf das Dach des Kölner Hauptbahnhof, um ein Banner zu entrollen. Im Mai 2017 war er an der versuchten Stürmung des Bundesjustizministerium beteiligt, bei dem es zu einem Polizeieinsatz kam und ein Polizist von einem Identitären beim Fluchtversuch beinahe überfahren worden wäre. Im Juni 2017 besuchte die Bochumer Ortsgruppe die gescheiterte bundesweite Demonstration der IB gegen den herbeiphantasierten „großen Austausch“. Am 28. Dezember 2017 beteiligte er sich an einer Aktion an der Kölner Rheinbrücke, zu der bundesweite und sogar österreichische Identitäre angereist waren.

Müller gibt sich verbal größte Mühe den Schein von einem netten, gewaltfreien, demokratisch eingestellten und einfach „nur konservativen“ jungen Mann zu wahren. Genau wie die IB im Allgemeinen fällt diese harmlose Maskerade, sobald man die Inhalte und Aktionen der Bochumer Ortsgruppe unter seiner Leitung analysiert und die dahinterstehende extrem Rechte Ideologie entlarvt. Aus der Rolle des Opfers heraus versucht Müller seinen Rassismus (ohne Rassen), seinen Sexismus und seinen sekundären Antisemitismus zu rechtfertigen und in harmloser Form zu verbreiten. Seinen Hass gegenüber politischen Gegnern verleiht er immer unverhohlener Ausdruck. Die von ihm durchgeführten und veranlassten Aktionen in Bochum und auch bundesweit sprechen dabei für sich.

Müller zwischen IB-Kadern aus Halle (l.) und Italien (r.) bei der gescheiterten IB-Demonstration in Berlin 2017

Marco Müller war bis Herbst 2018 der einzige Bochumer Identitäre der sich – gezwungenermaßen – öffentlich zu erkennen gab. Insgesamt arbeitet die Bochumer Ortsgruppe klandestin und scheut die Öffentlichkeit. Die meisten Aktionen finden im Schutz der Nacht statt und Fotos von Personen werden entweder von hinten aufgenommen oder unkenntlich gemacht, um Anonymität zu wahren. Das den Bochumer Identitären dennoch an einer Außendarstellung gelegen ist, zeigt, dass Marco Müller und ein rechter Mitstreiter der WAZ ein Interview Mitte 2017 gaben, welches jedoch nicht veröffentlicht wurde.